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04.10.2026

Vom Stablecoin bis zur Schweizer Bankengeschichte: Sechs Monate im Team Wirtschaftspolitik von Swiss Banking

Stablecoins, Bankenbarometer und Schweizer Bankengeschichte: Während ihres Praktikums im Bereich Wirtschaftspolitik tauchte Carla Ambauen tief in aktuelle Themen des Schweizer Finanzplatzes ein. Im Interview spricht sie über ihre Erfahrungen, ihre Lernkurve und darüber, was sie am Praktikum besonders überrascht hat.

Im Team Wirtschaftspolitik von Swiss Banking übernahm Carla Ambauen (links) früh Verantwortung und arbeitete eng mit Ökonomin Nina-Alessa Michel sowie Martin Hess, Chefökonom und Leiter Wirtschaftspolitik zusammen.

Carla, dein sechsmonatiges Praktikum bei Swiss Banking im Bereich Wirtschaftspolitik neigt sich dem Ende zu. Mit welchen Erwartungen bist du gestartet?

Wirtschaftspolitik ist ein sehr breites Feld. Vor dem Praktikum konnte ich mir nur schwer vorstellen, mit welchen Projekten ich mich konkret beschäftigen werde. Ich habe mich darauf gefreut, mich in neue Themen einzuarbeiten und mit Fachpersonen aus unterschiedlichen Bereichen zusammenzuarbeiten. Das hat sich definitiv bestätigt.

… und was hat dich rückblickend am meisten überrascht?

Überrascht hat mich vor allem, wie eng der Austausch mit den Mitgliedsbanken auch ausserhalb der Erarbeitung von Stellungnahmen ist. Bereits in meiner ersten Woche nahm ich am Meeting einer Arbeitsgruppe zur Stablecoin-Vertiefungsstudie teil. Danach fanden regelmässig Sitzungen statt, ergänzt durch einen laufenden Austausch zwischen den Beteiligten. Die Diskussionen und unterschiedlichen Perspektiven waren fachlich sehr spannend und ich konnte viel von den beteiligten Fachpersonen lernen.

Wann hast du gemerkt, dass du bei Swiss Banking nicht einfach zuschaust, sondern selbst Verantwortung übernimmst?

Da wir im Team Wirtschaftspolitik zu dritt waren, wurde mir schon früh von Martin und Nina Verantwortung für eigene Aufgaben und Projekte übertragen. Ich bin schrittweise in die Aufgaben hineingewachsen. Irgendwann ist man in einem Projekt so tief drin, dass man selbstständig Auskunft geben und dafür sorgen kann, dass die Arbeiten weiterlaufen. Gleichzeitig konnte ich mich bei Fragen jederzeit an die zuständigen Personen innerhalb des Verbands wenden.

Du hast unter anderem an Themen wie Stablecoins, der Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes und der Schweizer Bankengeschichte gearbeitet. Welches Projekt hat dich am meisten fasziniert?

Besonders geprägt hat mich das Stablecoin-Vertiefungspapier. Heute verstehe ich nicht nur die Anwendungsfälle von Stablecoins besser, sondern auch die möglichen Auswirkungen auf die Bankenbilanz, das Bankgeschäft sowie auf die Wirtschaft insgesamt. Zu Beginn hätte ich nicht gedacht, dass mich dieses Thema so faszinieren würde. Oft merkt man erst beim vertieften Einarbeiten, wie spannend ein Gebiet tatsächlich ist.

Beim Mitwirken an den beiden Studien Swiss Banking Outlook und Bankenbarometer konnte ich dagegen direkt an mein VWL-Studium anknüpfen, etwa bei Fragen zur Konjunktur- oder Zinsentwicklung. Besonders spannend war zu sehen, wie sich gesamtwirtschaftliche und geopolitische Entwicklungen auf den Bankenplatz auswirken und wie die Expertinnen und Experten der Branche die zukünftige Entwicklung einschätzen.

«Ein gutes Praktikum zeichnet sich dadurch aus, dass man nicht nur mitarbeitet, sondern Verantwortung übernimmt und sich schnell zu einer geschätzten Ansprechpartnerin im Team entwickelt. Solche Erfahrungen sind für Studierende wertvoll und gleichzeitig ein Gewinn für uns als Organisation.»

Martin Hess, Chefökonom und Leiter Wirtschaftspolitik bei Swiss Banking

Was hast du im Praktikum gelernt, das dir an der Universität so nicht vermittelt werden konnte?

Eine zentrale Aufgabe war das Recherchieren und Aufbereiten von Daten. Im Studium ist das ebenfalls wichtig. Im Praktikum wurden die Ergebnisse jedoch unmittelbar genutzt, etwa für Studien, Präsentationen, Webinhalte oder externe Anfragen.

Ich habe gelernt, Informationen zielgerichtet zu suchen und die Ergebnisse für unterschiedliche Anspruchsgruppen aufzubereiten. Die Anforderungen einer Website unterscheiden sich beispielsweise deutlich von jenen eines Fachvortrags oder eines Positionspapiers für Politik und Öffentlichkeit.

An welchen Moment während deines Praktikums erinnerst du dich besonders gerne?

Ein Höhepunkt war das erste Swiss Banking Outlook Branchenforum in Zürich, an dem der Swiss Banking Outlook und das Bankenbarometer vorgestellt wurden. Nach der intensiven Vorbereitungszeit war es spannend zu erleben, wie die Ergebnisse diskutiert werden und auf Interesse bei Fachpublikum und Medien stossen.

Besonders wertvoll war für mich, den gesamten Prozess mitzuerleben, von der Erarbeitung der Publikationen bis zur Präsentation der Resultate vor einem externen Publikum.

«Mit unseren Hochschulpraktika schaffen wir den Raum, damit junge Talente ihr Fachwissen in der Praxis vertiefen, Verantwortung übernehmen und aktiv an relevanten Zukunftsthemen mitwirken können. Als Verband leisten wir damit einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung künftiger Fachkräfte. Gleichzeitig profitieren wir als Organisation von ihren neuen Perspektiven, ihrer Neugier und ihren Impulsen.»

Verena Zwahlen, Leiterin Human Resources bei Swiss Banking

Wie hast du die Zusammenarbeit bei Swiss Banking generell erlebt?

Ich wurde von Beginn an sehr offen aufgenommen und habe mich schnell wohlgefühlt. Die Hierarchien sind deutlich flacher, als ich erwartet hatte. Durch gemeinsame Mittagessen und den regelmässigen Austausch lernte ich rasch viele Kolleginnen und Kollegen kennen.

Was nimmst du aus dem Praktikum für deinen weiteren beruflichen Weg mit?

Neben der Datenrecherche und Datenaufbereitung habe ich fachlich viel über den Finanzsektor gelernt und darüber, Zusammenhänge grösser zu denken. Das geht über das theoretische Wissen aus dem Studium hinaus und wird mir beim Berufseinstieg helfen. Gleichzeitig habe ich gelernt, mehrere Projekte parallel zu strukturieren, um auch in intensiveren Phasen den Überblick zu behalten und bei externen Beteiligten rechtzeitig nachzufassen. Diese Erfahrungen im Projektmanagement sind auch ausserhalb des Finanzsektors wertvoll. 

Wem würdest du ein Praktikum bei Swiss Banking empfehlen?

Allen, die neugierig sind, Verantwortung übernehmen möchten und sich für wirtschaftliche und politische Zusammenhänge interessieren. Die Themenvielfalt ist gross und man erhält einen sehr direkten Einblick in aktuelle Fragestellungen des Finanzplatzes.

Wer sich engagiert einbringt, kann viel lernen, an relevanten Projekten mitarbeiten und auch eigene Impulse setzen. Für Studierende mit volkswirtschaftlichem Hintergrund bietet das Praktikum in der Wirtschaftspolitik eine ideale Möglichkeit, theoretisches Wissen mit der Praxis zu verbinden. Es ist fordernd, aber nicht überfordernd.

Liebe Carla, herzlichen Dank für deinen Einsatz bei Swiss Banking. Wir wünschen dir viel Erfolg bei deinem Masterstudium.

Zur Person

Carla Ambauen schloss ihr Bachelorstudium in Volkswirtschaftslehre an der Universität Bern ab. Im Rahmen ihres Studiums absolvierte sie ein Auslandsemester an der Universität Bergen und setzte sich vertieft mit Fragen an der Schnittstelle von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft auseinander. Während ihres Bachelorstudiums war sie als Hilfsassistentin am Institut für Personal und Organisation der Universität Bern tätig. Nach ihrem Praktikum bei Swiss Banking beginnt sie ein Masterstudium in Volkswirtschaftslehre und Politik des öffentlichen Sektors an der Universität Freiburg. Sie lebt in Bern und ist in ihrer Freizeit sportlich unterwegs, liest und reist gerne.

Hochschulpraktikum bei Swiss Banking

Das sechsmonatige Hochschulpraktikum Wirtschaftspolitik bei Swiss Banking richtet sich an Hochschulabsolventinnen und -absolventen der Wirtschaftswissenschaften, die ihr Wissen praxisnah vertiefen möchten. Die Praktikantinnen und Praktikanten analysieren aktuelle wirtschaftspolitische und regulatorische Entwicklungen, wirken an Studien, Stellungnahmen und Projekten mit und bringen eigene Ideen in einem fachlich starken Team ein. Dabei erhalten sie direkte Einblicke in die Arbeit eines nationalen Branchenverbands, übernehmen Verantwortung und erweitern ihr Netzwerk am Schweizer Finanzplatz.

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